Gefälschte Eintrittskarten auf der Alhambra

Was ist denn auf der Alhambra los?

Unsere Kunden in Deutschland könnten den Eindruck gewinnen, dass wir uns mehr um unsere Kunden in España kümmern als um die Kunden in Darmstadt/Hessen, München/Bayern oder Hamburg. Das ist nicht so, denn viele unserer Aufträge, die wir in Spanien zu erledigen haben, sind uns von unseren deutschen Kunden erteilt worden, wenn auch ausnahmsweise nicht der folgende Auftrag, über den wir hier berichten möchten:

Wir, die Detectei AS, eine deutsche Privat- und Wirtschaftsdetektei, in España als Agencia Detective Privado bekannt, können insbesondere im Rahmen internationaler Geschäftskontakte erfolgreich arbeiten, weil wir nicht nur gute Sprachkenntnisse in beiden Ländern haben, sondern auch die kulturellen Hintergründe in beiden Ländern kennen, was die Arbeit ungemein erleichtert.

Die Alhambra, diese zum Weltkulturerbe zählende beeindruckende maurische Stadtburg aus dem 13. Jahrhundert zieht Besucher und Touristen aller Länder magisch an.

 

Ein deutsches Tourismusunternehmen, das regelmäßig Busladungen mit Gästen nach Spanien fährt, hat auch die Alhambra auf seinem festen Spanien-Programm. Die deutsche Firma ist bei den Wachleuten auf der Alhambra bestens bekannt und wenn die Busse auf dem Parkplatz auftauchen, wird alles möglich gemacht, dass diese Besucher schnell eingelassen und durchgeschleust werden können. Wenn es regnet, werden die Gäste normalerweise in dem Kloster in der Medina der Alhambra, auf einen Kaffee „zwischengelagert“; Bei gutem Wetter können sie durch die Zitadelle, die Alcazaba, wandern, bis sie schließlich das Herzstück der Anlage betreten dürfen. Trotz der strikten Regelung mit den Eintrittskarten aber entstand immer dann großes Durcheinander, wenn dieses Touristenunternehmen mit seinen Gästen kam: Es gab immer ein Riesengedränge, so, als ob die Leute aus Alemania mit eigenen Eintrittskarten anreisen würden. Die Verwaltung der Alhambra war es langsam Leid, immer in ärgerliche Diskussionen mit den anderen Besuchern hineingezogen zu werden, denn immer mussten die anderen Besucher länger warten als vorgesehen. So wurden wir engagiert und erhielten den Auftrag, bei dem Tourismusunternehmen nachzuforschen, wie die Leute das schafften, immer die genau richtige Anzahl Eintrittskarten für ihre Gäste zu haben. Es wurde schon vermutet, dass Bestechung im Spiel sein könnte, weshalb es verständlicherweise gehörige Unruhe beim eigenen Personal gab.

Wir sahen uns die Prozedur an, als die nächste Besuchergruppe aus Alemania anreiste und verwickelten einige der Gäste in Gespräche und fragten sie ein wenig aus. So zum Beispiel, wie sie denn an ihre Eintrittskarten gekommen seien und erhielten immer zur Antwort, dass diese Eintrittskarten beim Unterlagenpaket des Busunternehmers dabei gelegen hatten. Über diese Schiene bekamen wir das Problem also nicht gelöst.

Dann wandten wir uns an die Geschäftsleitung des Unternehmens in Deutschland. Zuerst wurden wir ein wenig ungnädig empfangen. Als wir uns aber als deutsch-spanische Detektei ausgewiesen hatten, wuchs der Respekt deutlich. Wir stellten den Leuten einige Fragen und bald hatten wir herausgefunden, was wir wissen wollten.

In dem Unternehmern gab es einen Spanien-Manager, der die Kontakte für alle Reisen nach Spanien zusammen hielt und der auch zuständig für die Beschaffung der Eintrittskarten war. Bei unserer professionell angelegten Befragung in Gegenwart seiner Chefs, gab er nach einiger Zeit zu, dass er die Eintrittskarten immer selbst drucken ließ. Von einem weitläufigen Verwandten, der bei der Besuchsorganisation an der Alhambra beschäftigt war, erhielt er eine Reihe von aktuellen Registriernummern und diese Karten gab es dann eben zweimal: Einmal von der Alhambra herausgegeben und ein anderes Mal von dem Bus-Manager.

Danach gab es einen langwierigen Briefwechsel zwischen der Alhambra-Verwaltung und dem Busunternehmen, sodann gab es eine dicke Entschädigungszahlung, aber zuerst gab es zwei fristlose Entlassungen: eine beim Busunternehmer und eine auf der Alhambra!

 

FAQ

Was war der konkrete Auslöser für die Ermittlungen an der Alhambra?

Obwohl es strikte Regelungen für Eintrittskarten gibt, entstand immer dann ein großes Durcheinander und Gedränge, wenn ein bestimmtes deutsches Tourismusunternehmen mit seinen Gästen anreiste. Die Verwaltung der Alhambra vermutete Unregelmäßigkeiten bei der Ticketbeschaffung oder Bestechung innerhalb des eigenen Personals, da die Gruppe immer exakt die passende Anzahl an Karten zu besitzen schien, was zu Wartezeiten für andere Besucher führte.

Welche Rolle spielte die Detektei AS bei der Aufklärung des Falls?

Die Detektei AS wurde beauftragt, als deutsch-spanische Ermittlungsinstanz (Agencia Detective Privado) Licht ins Dunkel zu bringen. Die Ermittler nutzten ihre Sprachkenntnisse und kulturellen Hintergründe, um zunächst Gäste zu befragen und später die Geschäftsleitung des Busunternehmens in Deutschland mit gezielten Fragen zu konfrontieren.

Wie gelangten die gefälschten Eintrittskarten in den Umlauf?

Ein Spanien-Manager des betroffenen Busunternehmens ließ die Eintrittskarten eigenständig drucken. Er erhielt von einem weitläufigen Verwandten, der bei der Besuchsorganisation der Alhambra arbeitete, aktuelle Registriernummern, sodass jede Ticketnummer doppelt existierte – einmal als Original und einmal als vom Bus-Manager erstellte Kopie.

Was war das Ergebnis der Befragung beim deutschen Tourismusunternehmen?

Nachdem die Detektive die Geschäftsleitung in Deutschland aufgesucht hatten, gab der zuständige Manager den Betrug schließlich zu. Er gestand in Gegenwart seiner Chefs, dass er die Karten unter Verwendung echter Registriernummern selbst gedruckt hatte, um den reibungslosen Ablauf seiner Reisen zu manipulieren.

Welche personellen und rechtlichen Konsequenzen hatte der Ticketbetrug?

Der Betrug führte zu zwei fristlosen Entlassungen: Sowohl der verantwortliche Manager beim Busunternehmen als auch sein Komplize bei der Alhambra-Verwaltung verloren ihre Stellen. Zudem musste das Unternehmen eine hohe Entschädigungszahlung an die Alhambra leisten, gefolgt von einem langwierigen Briefwechsel zwischen beiden Parteien.